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Winch-Ratgeber: Ökostrom: Worauf muss man achten und welche Alternativen gibt es?

15.05.2020 08:58

Sie überlegen, ob sie Ihren Stromtarif wechseln sollen? Sie wollen einen kostengünstigeren Tarif und gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt tun? Dann denken Sie vielleicht an Ökostrom und Ökogas. Solche Tarife sind jedoch nicht immer die beste Wahl für die Energiewende. Strom, der zu 100 % aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, darf den Titel Ökostrom tragen. Die Hauptenergielieferanten des grünen Stroms sind Wind- und Wasserkraftwerke, Biogasanlagen oder Solarstromanlagen. Der Ausbau der grünen Energie wird automatisch in jedem Stromtarif mitbezahlt, nicht nur bei Ökostromtarifen. Die Öko-Bezeichnung bedeutet also nicht zwangsläufig den größten Beitrag zum Klimaschutz. 

Ökostromtarif ist nicht unbedingt umweltfreundlich

Wer Ökostrom anbietet, muss Herkunftsnachweise für die gesamte Menge an bezogener Energie vorlegen. In Deutschland wird der Ausbau erneuerbarer Energien gesetzlich gefördert. Um eine doppelte Abrechnung durch Verkaufserlöse und Förderung zu vermeiden, darf gesetzlich geförderter Strom nicht als Ökostrom verkauft werden. Herkunftsnachweise aus Deutschland sind dementsprechend eine Seltenheit, auch wenn der verkaufte Strom eigentlich „grün“ ist. Der Unterschied zu Stromtarifen mit Herkunftsnachweisen ist lediglich der Ursprungsort des Stroms. Dieser stammt meist aus Norwegen oder Österreich. Durch den Zukauf der ausländischen grünen Energie darf sich der Ökostromtarif durch die Angabe „100 %-Ökostrom“ brüsten, der Stromtarif ohne Herkunftsnachweis nicht. Der bezogene Strom und vor allem dessen Umweltbeitrag unterscheidet sich jedoch nicht. Viele Stromanbieter in Deutschland verzichten auf Herkunftsnachweise aus dem Ausland. Anders zu bewerten sind Anbieter, die sich nicht nur durch das Öko-Stromangebot, sondern auch durch politisches Engagement und eine „grüne“ Geschäftspolitik an der Energiewende in Deutschland beteiligen.

Ökostromlabels: die Orientierungshilfe

Eine zuverlässigere Kennzeichnung sind Ökostromlabels. Zertifiziert werden in der Regel Tarife, teilweise auch Stromanbieter im Gesamten. Neben den Herkunftsnachweisen versprechen Labels einen gesonderten Umweltnutzen. Mit einem Ökostromlabel gekürt wird demnach nur, wenn ein echter Beitrag zur Energiewende geleistet wird. Bei der Wahl von Ökostromtarifen sollte deshalb eher auf ein Ökostromlabel und nicht nur auf die Bezeichnung Ökostrom geachtet werden. Empfehlenswerte Labels sind das ok-Power-Label und das Grüner-Strom-Label. Diese beiden sowie die auf der Plattform EcoTopTen angeführten Tarife haben hohe Anforderungen an Ökostromtarife und vergeben das Label nur, wenn ein klarer Zusatznutzen für die Energiewende in Deutschland geleistet wird. 


Ein „grüner“ Zusatznutzen ist:

    Wenn durch die Erlöse aus dem Ökostrom ein Teil an den Ausbau erneuerbarer Energien geht. 

    Wenn Energiewende-Aktivitäten unterstützt werden, wie beispielsweise Energiesparmaßnahmen, Bürgerenergieprojekte oder die Weiterentwicklung von Speichertechnologien und E-Mobilität.

    Wenn sich durch eine Desinvestition nicht an Kohle- und Atomkraftwerken beteiligt wird.


Ökostromtarife: Der günstige Umweltschutz

Mit einem Ökostromtarif wird nicht nur etwas für die Umwelt getan, sondern zusätzlich auch noch gespart. So die Theorie. Tatsächlich sind viele Ökostromtarife sehr kostengünstig. Das liegt an der Fülle an Herkunftsnachweisen in Europa bei gleichzeitig niedriger Nachfrage. Das Nachweisen von Ökostrom ist für die Stromanbieter alles andere als teuer. Sie erhalten die „grüne“ Fahne, helfen jedoch nicht aktiv bei der Energiewende. Als Verbraucher hat man bessere Möglichkeiten, um über die „grüne“ Fahne hinweg einen echten Umweltbeitrag zu leisten: Durch direkte Investitionen in erneuerbare Anlagen, das Einrichten eigener privater Solaranlagen auf dem Hausdach, einer Wärmepumpenheizung im eigenen Haushalt oder auch durch einen bewussten und sparsamen Stromeinsatz mit stromsparenden Elektrogeräten.

Kein Label für Ökogas

Beim Ökogas sieht die Sache wieder anders aus. Anders als beim Ökostrom werden die Tarife nicht mit Labels oder anderweitigen Siegeln verifiziert: Das hat unterschiedliche Gründe. 


Ökogastarife werden in drei Gruppen differenziert: 


-    Biomethan: Das Biogas aus Biomasseanlagen betrieben durch Grünabfälle, Humus oder Gülle. Durch die begrenzten Ressourcen ist Biomethan jedoch nicht die beste klimafreundliche Alternative. 

-    Kompensation: Es werden fossile Erdgase genutzt und durch einen Kosten-Aufschlag die Klimabilanz ausgeglichen. Beispielsweise wie dem CO2-Ausstoß der Heizung.

-    Power-to-Gas: Durch Elektrolyse wird dem Erdgas Wasserstoff hinzugefügt. Diese Art der Erdgas-Nutzung gilt als Hoffnungsträger für die Energiewende, der ökologische Nutzen ist momentan dennoch sehr gering.


Die effektivste Strategie, um als Endverbraucher einen Beitrag zur Klimawende zu leisten, ist und bleibt auf eine energiesparende Nutzung im eigenen Haushalt zu achten. Im Alltag sollte nicht unbedacht gehandelt werden. Stattdessen kann durch größere Investitionen wie in Solaranlagen aber auch kleinere Investitionen wie in einen sparsamen Stromerzeuger für Camping-Familien-Ausflüge individuell am meisten etwas für die Umwelt getan werden. 



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