Nachdem der Hambacher Forst vor zwei Jahren friedlich bestreikt wurde und sich die Demonstrierenden teilweise mit Forst-Seilwinden festmachten, rufen Umweltverbände jetzt die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen dazu auf, den Hambacher Forst vom Energiekonzern RWE zurückzukaufen. Hintergrund war die kürzlich verkündete Braunkohle-Leitentscheidung, in der es um Bestimmungen zum Tagebau geht und die eigentlich den Erhalt des Forstes vorsieht.
Das wurde in der Leitentscheidung beschlossen
Der Entwurf der Leitentscheidung des Bundeslandes NRW für die Entwicklung der rheinischen Braunkohle in der Zukunft wird von Umweltschützern kritisiert. Sie behaupten, der Hambacher Forst sei nicht gerettet, obwohl entschieden wurde, dass er erhalten werden soll. Denn dadurch drohe eine „Verinselung“. Die Vernetzung mit dem Biotop sei nicht ausreichend, denn RWE muss nur 50 Meter Abstand zum Hambacher Forst halten.
Deshalb wird die Leitentscheidung angefochten
Umweltschützer beklagen, dass der Abstand, den RWE zum Hambacher Forst halten muss, nicht ausreichend ist. Eine Studie belegt, dass der Mindestabstand der Braunkohlearbeiten zum Hambacher Forst bei mindestens 500 Metern liegen müsste. Nur so wäre der ökologische Erhalt der Waldfläche dauerhaft möglich. Man bräuchte außerdem eine größere Klima-Pufferzone, denn im Sommer kommt es zu Temperaturunterschieden von bis zu 40 Grad zwischen Hambacher Forst und dem Tagebaugelände.
Der Hambacher Forst soll geschützt werden & gleichzeitig Ausflugsziel werden
Der Hambacher Forst könnte auch als Marke für den Tourismus eingesetzt werden. So gibt es Vorschläge, die alte Autobahn A4 zu nutzen, um eine zentrale Rad- und Waldwanderstrecke zu schaffen. Die Route soll 77 Kilometer lang sein und von Köln nach Aachen führen. Um eine erneute gewaltsame Räumung oder Demonstrationen zu verhindern, sollten sich also alle Beteiligten schnell einig werden.